STREET SCENE - KURT WEILL

THEATER MÜNSTER 2018/2019 

Musikalische Leitung: Stefan Veselka Inszenierung: Hendrik Müller Choreografie: Andrea Danae Kingston Bühnenbild: Rifail Ajdarpasic Kostüme: Katharina Weissenborn Choreinstudierung: Inna Batyuk Einstudierung Kinderchor & Kindersolisten: Claudia Runde Dramaturgie: Ronny Scholz Anna Maurrant: Kristi Anna Isene Frank Maurrant: Gregor Dalal Willie Maurrant: Cedrik Runde / Philipp van Bebber Rose Maurrant: Kathrin Filip Sam Kaplan: Garrie Davislim Abraham Kaplan: Christian-Kai Sander Shirley Kaplan: Ute Hopp Harry Easter: Juan Sebastián Hurtado Ramírez Henry Davis: Filippo Bettoschi Vincent Jones: Til Ormeloh Lippo Fiorentino: Pascal Herington Mary Hildebrand: Carmen Finzel George Jones: Lars Hübel Carl Olsen: Dieter Goffing Mrs. Greta Fiorentino: Marielle Murphy Emma Jones: Chrysanthi Spitadi Mrs. Olga Olsen: Suzanne McLeod Daniel Buchanan: Youn-Seong Shim Jenny Hildebrand / 1. Nurse: Melanie Spitau Charlie Hildebrand: Konstantin Schumann Mrs. Hildebrand: Barbara Bräckelmann 2. Nurse: Christina Holzinger Dick McGann: Jendrik Sigwart Mae Jones: Kara Kemeny Mr. Sankey: Jörn Dummann Dr. Wilson: Simona Maestrini Officer Murphy: Eva Lillian Thingbø City Marshall:  Frank Göbel mit: Opernchor des Theaters Münster und Sinfonieorchester Münster.


KRITIK

Street Scene ist ein personenreiches Stück, das Konflikte thematisiert, die auftreten können, wenn viele Menschen in großer Nähe zusammenleben. Diese Nähe herauszuarbeiten gelingt vor allem durch Rifail Ajdarpasics geniales Bühnenbild. Er legt die Fassade eines Wohnhauses auf den Bühnenboden und bringt darüber einen Spiegel an. So wirken die Bewohner wie Fassadenkletterer, hocken in Fenstern im zweiten Stock oder blicken scheinbar hängend in Fenster hinein. Das ist teilweise atemberaubend.
Man mag es schade finden, dass Hendrik Müller gesellschaftspolitische Aspekte bewusst ausklammert. Oder man kann sein Konzept, voll auf die Emotionsebene zu setzen, goutieren. Man mag sich ergötzen an der hinreißenden erotischen Tanzszene, die Andrea Danae Kingston für Jendrik Sigwart und Kara Kemeny choreografiert hat und die ein musicalhaftes Element hineinbringt.
— Thomas Hilgemeier - THEATER PUR
Grossen Eindruck beim Publikum hinterliessen die Musical-Darsteller Kara Kemeny und Jendrik Sigwart als Mae Jones und ihr Freund Dick, die nicht nur englisch singen durften - Moon-faced, starry eyed - sondern auch unglaublich akrobatisch auf der schwierigen Bühne einen schnellen jitterbug unterbrochen durch einen langsamen Blues tanzten. (Choreografie Andrea Danae Kingston)
— Sigi Brockmann - DER OPERN FREUND
Die raffinierte Konstruktion (Bühnenbild: Rifail Ajdarpasic) ermöglicht Hendrik Müller und seiner Choreographin Andrea Danae Kingston, konkrete Handlungs- und spiegelnde Meta-Ebene gleichzeitig zu gestalten. Das Abbild der Figuren bricht Realismus auf, macht Spuren des Seelischen in der Haltung der Körper und in ihren Bewegungen sichtbar. Menschen, die nahe am inneren Absturz sind, klammern sich mit einer Hand an einen Fenstersims, als fielen sie jeden Moment in die Tiefe; eine Frau hängt kopfüber über eine Brüstung, als könne sie sich nur noch mit Mühe halten: Bilder gefährdeten Daseins; daneben bilden sich für Momente abstrakte Formationen, kühl, schön und bedeutungsoffen.
— Werner Häußner - ONLINE MERKER